3. Kapitel:

Bilder der Jahre 1985-1987, ein Teil der 85iger Bilder= Diplomarbeit.

Phantastisch-realistische bis surreale Periode (Anreger: R. Hausner und M. Ernst) mit starkem neusachlich-veristischem Einschlag (G. Scholz, O. Dix) unter Zuhilfenahme mythologischer Themen. Das inhaltliche Ziel war, den historisch dialektischen Selbstorganisationsprozeß, ursprünglich unbelebter hin zu belebter, bewußter Materie, symbolisch kenntlich zu machen. Der Versuch der bildhaften Darstellung eines historisch- ,,dialogischen“ Evolutionsmaterialismus. M.H. war und ist also ein dezidierter Atheist und Antikreationist. Darüber hinaus ist aber die inhaltliche Struktur so offen gehalten, so daß der Rezipient genug Freiraum zum selbstständigen Weiterfabulieren hat. …………….. Im Frühsommer 1985 fand M.H. ‘ s Diplomverteidigung statt. Bei dieser Veranstaltung gab es eine intensive Kontroverse mit G. Horlbeck, einem durch und durch hinterhältig, falschen Blender, der völlig voraussetzungslos eine Art Kunstpapstrolle an der H f B K Dr. spielte. G.H. entpuppte sich dann auch, um den Nov. 89 herum, als der Wendehals par excellence und warf dabei all seine absoluten subjektiven, bis dato wie Monstranzen hochgehaltenen, Kunstproduktionswahrheiten, ganz schnell über die Bordwand des untergehenden Schiffes. ……..Einer der Hinterwäldler Kommilitonen entblödete sich nicht, seine eigene, kurz nach M.H.‘ s Verteidigung, stattfindende Dipl. Vt., mit einer Suada gegen M.H.‘ s Arbeit zu beginnen, die von einer grenzenlosen Verständnislosigkeit gegenüber echter künstlerischer Eigenständigkeit und Lust zum Experiment zeugte. Dabei präsentierte dieser Adept selbst nur den allerfadesten Aufguß des Personalstils seines unbedeutenden Lehrers. M.H. hält es grundsätzlich für eine riesen Sauerei, wenn Leute, die eigentlich das Offensichtliche sehen müßten und wissen, da ist einer, der hat vielfältigere, größere Fähigkeiten als man selbst, dann aber erst recht danach trachten, ihre eigene Mickerigkeit, durch pinscherhaftes gegen das Bein des Verhaßten pinkeln, zu überspielen und die Befähigung des Besseren künstlich klein zu machen versuchen. M.H. ist solches, vor allem nach 1989/90 noch oft, allerdings nicht mehr in solch offener Plattheit, passiert. ……

E.C.: Liebe User Leser, in diesem noch finstereren Ostdoitschländer Dingsda war die Kacke ja ganz schön am Dampfen, schade, daß wir damals noch nicht geboren waren, da hätten wir zu gern mal hineingefuhrwerkt. Nebenbei bemerkt, M.H. hatte trotz Alldem die bestmögliche Bewertung seiner Arbeit erhalten. ……

1987 wurde M.H. in den DDR-Künstlerverband aufgenommen, eine Mitgliedschaft, die damals von existentieller Wichtigkeit war. Dazu bot er Arbeiten von 1985-1987 auf. Auch in dem dortigen, für Aufnahme oder Ablehnung zuständigen Vorstand, produzierten sich zwei schrille Kunstgiftzwerge sehr negativ, die ganz entfernt, stilistisch Ähnliches machten wie M.H. und wohl auf Grund der Erbärmlichkeit ihrer eigenen Produktion, große Angst davor hatten, daß sie in naher Zukunft an die Wand gequetscht werden, wenn sie M.H. jetzt tolerieren würden. Die ganze Situation war für M.H. vor allem deshalb so unangenehm, weil er bei dieser Veranstaltung, widerstandslos, Klappe haltend, die ganze gequirlte Scheiße der beiden Giftzwerge über sich ergehen lassen mußte, um die große Mehrheit der Zustimmenden nicht zu verärgern. Für M.H. war dies ein weiterer Beweis für das ,,Wertschätzen“ seiner Position in diesem Kunstbiotop. Wie schon angedeutet, er bekam die zustimmende Mehrheit. Ganz so vertrackt war also die Grundkonstellation denn doch nicht. ……

Kunstmachen ist eine extrem individualistische Angelegenheit und deshalb eigentlich ein nicht kompatibles Unterfangen im Rahmen einer dezidiert kollektivistischen Gesellschaft. Trotzdem gab es in dem Zeitraum, den M.H. bewerten kann (ab 1980), kaum diesbezügliche Restriktionen. Es gab selbstverständlich die Möglichkeit einen persönlichen ,,Stil“ zu entwickeln, der völlig von den ursprünglichen Intentionen eines ,,Sozialistischen Realismus“ der 50iger, 60iger Jahre wegführte. Die Stasi belauerte das möglicherweise ein bisschen, aber ansonsten passierte nicht viel. Wenn nicht gerade die DDR- Oberen, ihre Thesen und Symbolik direkt „verunglimpfend" attackiert wurden, dann waren z.B. auch die schrägsten Uderground Performances möglich. Eine besondere Stärke und bevorzugter Anwendungsbereich für den figürlichen Realismus liegt nun gerade darin, genau dieses aber doch zu tun. Daß M.H. in diesem Punkt nicht faul war, davon wird später noch zu berichten sein.

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