Plastiken und Bilder aller Art von 2009 bis heute
Gaszenjunges erster Mord, 2009: In diesem plastischen Environment komprimieren sich, geradezu ultimativ, sämtliche Zeugnis-Ablegen und Wirken- In-Dieser- Zeit- Anliegen des Künstlers, der 20 Jahre nach 89. - Bitte begrüßen Sie gemeinsam mit uns und M. H.: Harry B. Bübke- Galerist/ Sammler, Jurist, Investment Banker und Börsenbroker, selbst ernannter Manager und Leistungsträger

Schantall Wieckmann- Maunz: Galeristin/ Sammlerin, Kunstwissenschaftlerin, freie Kulturjurnalistin, passionierte Hochschläferin, ebenfalls selbsternannte Managerin und Leistungsträgerin.

K. Br.: Mancher von Ihnen, liebe User Leser, wird sich jetzt beim Lesen vielleicht innerlich vor sich hin sagen, ähnlich wie Bill Murray vor Andie McDowell, antwortend- fragend: J ja? …… bin ich? …… J jjjjja? …… bin ….. iich .... aauuch? ……. Wenn das der Fall sein sollte, dann sollten Sie jetzt sehr aufmerksam weiterlesen. ……
Frau Antkoviak: Als ewige Praktikantin/ Volontärin- persönliche Referentin, Buchhalterin, Assistentin- sorgt letztlich dafür, daß der Laden läuft.

Sowie, last but not least, Kaan Karli: Gaszenjunge, Ab Hänger, Hip Hopper, Gangsta Rappa, Straßen Kobra, Poser, platonischer Liebhaber von Hip Hop Babes, denn an die echten kommt er natürlich nicht ran, deshalb auch Stalker, Ballerspiele Spieler und schließlich Amokläufer.

Was ist zu sehen? : Eine Puppenstube für Erwachsene? Ja, auch das. Ein schickes Büro mit angeschlossenem WC und Balkon. Eigerichtet im typischen Büro Dresscode des YUPPY Style mit standardisierten Pflanzenkübeln. Die neue gute Stube des Neobourgeois. …. Überwiegend an den Wänden hängend und hier und da im Raum stehend, bezeichnender Weise auch im WC, befindet sich Kunst der letzten 40- 50 Jahre, von 2009 aus gesehen. Kunst, die es geschafft hat, in die West Kunstmuseen, in die wichtigen Sammlungen, z. B.: Der Mick Flicks, der Marx’s usw., in den offiziellen West Kunstkanon sowie in die Kulturbeiträge der Medien zu kommen. Eine oft virtuelle Skelett Kunst, die von zahlreichen Neophyten im Geiste ihrer Paten fortgesetzt wird. Adorant- Adepten predigen die Dogmen dieser jüngsten ,,Moderne“, tradieren sie weiter und erheben sie, in ihrer Panegyrik, mit einem unglaublichen Theorie Schwulst, in einer Art sich selbst erfüllender Kunst Prophetie, zum allein selig machenden Qualitätsmaßstab. Eine der scheinheiligsten euphemistischen Lügen der letzten 20 Jahre: ,,Das Gute würde sich immer durchsetzen.“, wird hier bezeichnend konterkariert. …. Bübke und Wieckmann- Maunz möchten gern zu den Schönen und Reichen gehören. Sie möchten, ebenso wie ihre ,,erlesenen“ Sammelobjekte, als Sahne, oben auf der fetten blubbernden Kapitalismus Suppe schwimmen, möchten gern wie diese, im Wert steigen und dabei eine sanfte Symbiose mit der Suppe eingehen. Als neue Bourgeois in einer bourgeois gewollten Ordnung, sich sozusagen guttenbergisieren. ….Irgendetwas scheint da aber ganz dumm gelaufen zu sein. Der Gaszenjunge wollte dabei offensichtlich seine, ihm zugedachte Rolle in einer neuen Ordnung für ein neues Säklorum, nicht weiterhin passiv übernehmen. Anders betrachtet, treffen sich hier wohl zwei Prekariatvarianten, von ihren Gegenpolen ausgehend, irgendwo in der Mitte. …… Die arme Frau Antkoviak steht zwischen den Fronten, sie schwankt zwischen Anpassung = soziale Kompetenz + Teamfähigkeit und Revolte. ….
Columbining, 2009: vergl. Columbine Highscool - Massacre. …… Auf Grund der Dekoration an den Bürowänden könnte man meinen, daß wir hier in einem Verwaltungsgebäude eines großen Frankfurter Finanzunternehmens sind. Tun wir mal so, als ob es sich um den Bereich Investmentbanking handelt. Die unternehmenseigene Werbe- und Imageging Agentur oder auch die Personalabteilung wären ebenso denkbar. ….

Die Protagonisten- u. –innen: 1: Bankkauffrau Karin Goebbels- Eckhard, hat nur Fachhochschul Bachelor, frisch von Herrn Eckhard nach 1,5 Jahren Ehe wieder geschieden (hat blöder Weise auf Ehevertrag verzichtet), war sie gerade dabei, sich neu zu orientieren. Nach längerem Karriereaus durch Schwangerschaft und Kleinkindaufzucht, sieht sie, an der Seite des, ihr Vorgesetzten -2 -, neue Chance zum Durchstarten. Möchte sich gern Schicksal einer alleinerziehenden, harzenden Mutter mit Kleinkind ersparen. Denn, Eckhard ist total pleite und kann keine Unterhaltszahlungen leisten. Sie hatte mit -2- schon ermutigenden Onenightstand im Rahmen von Coaching und Briefing und versprach sich dadurch eine erhöhte Vitamin B- Rate beim Stutenbeißwettbewerb. Sie hat im Vorfeld ihrer Ernennung zur Personnel Finance Support Advice Managerin kräftig und erfolgreich gegen -4- , als -4- noch in der AG beschäftigt war, intrigiert und gemobbt, um diesen Posten zu bekommen. ….. 2: Kelvin J. Bübke (übrigens, jüngerer Bruder von Harry B.), BWL Absolvent an der Fränkfortscool of Management and Final Finance, ist dort schon von der AG entdeckt und gefördert worden – Abschluß als Master of Finest Final Finance, Abschlußarbeit über Schneeballsysteme und ethische Investments, ist ein Überflieger, galt schon als Kind in den Augen seiner ambitionierten alt-68-bewegten, dann aber sehr schnell wohlhabend- philo-neoliberal gewordenen Eltern, als hochbegabt und wurde entsprechend gefördert. Er hat super IQ Wert – ist Mitglied bei Mensa. Käijj Dschäijj Biij, wie ihn seine Freunde nennen, glaubt trotz seiner Jugend (22), alles bewegen und erreichen zu können, genauso, wie es ihm seine Eltern immer wieder eingeredet haben. Selbstverständlich hat er zur Lebenslaufkosmetik mehrere Praktikumsaufenthalte in den Staaten und Fernost absolviert. Gerade bewies ihm die Unternehmensleitung größtes Vertrauen. Sie hat ihm das Derivategeschäft der AG in Singapur, im Umfang von etwa 10 Milliarden, anvertraut. Am nächsten Tag sollte es eigentlich, zusammen mit -1- , ab nach Fernost gehen. ……

3: Ludmilla Antkoviak, hat vor kurzen von der Bübke – Wieckmann – Maunz Holding in die AG gewechselt, hat deutsch- russische Wurzeln, hat eigentlich in der SU Hochschul Abschluß in marxistisch leninistischer Ökonomie und Dispatcherwesen gemacht, hat dann versucht, sich nach der Übersiedelung von Nowosibirsk nach Germania, bei der B – W – M Holding hochzuarbeiten, wie wir schon wissen, mit wenig Erfolg, ist nun wieder ewige Praktikantin und Volontärin, trägt Post- und Unternehmensinfos aus und ist in der AG nun auch wieder ,,Mädchen“ für alles. Sie gehört zum soziologisch nicht erfaßten Pekuniärprekariat bei gleichzeitiger enger Bildungsnähe. Ihr persönlicher Bildungskanon ist aber in dieser westlich- modernen Geschäftswelt völlig irrelevant. Wohl auch, weil sie keine Order von oben bekommen hat, befolgt sie das ungeschriebene Unternehmensdresscodegesetz nicht, wird dafür hinterrücks belächelt, trägt weiterhin unbekümmert, ihr gemäßes Unterklassenoutfit. Ihre Karriere stagniert vielleicht auch deshalb. ….. 4: Birgit Nielsen, war ursprünglich für Posten von -1- vorgesehen, hatte lange für die AG geschuftet (massenhaft Überstunden unbezahlt gekloppt! ), hatte dem euphemistischen Heilsversprechen: ,,Wir sind doch im Unternehmen alle eine Familie, jeder, von der Klofrau bis hoch zum Vorstandsboss, ist gleichwichtig! “, geglaubt. Sie wurde aber, auf Grund von sharehouldervalue relevanter Verschlankungsmaßnamen des Vorstands, zusammen mit der Hälfte der MitarbeiterInnen, freigesetzt. Durch die jetzt reichlich vorhandene Freizeit – häufiges Sitzen am PC und spielen von Ego Shooter Games mit Superhelden und – heldinnen, die alle Gegner problemlos wegballern. Denkt sich: ,,Das kann ich auch!“. Verfügt auch über eine Secondlife Avatarin, möchte gern auch im echten Leben wie diese sein. Hatte daneben schon seit langem einen Hang zur kinky bizarre Szeene, sieht sich aber auch als Hip Hop Gangstabitch. All dies kombiniert sie und sieht sich nun selbst als passende Superheldin respektive Rächerin. Genug Wut und Sinn zum richtigen Aufräumen bringt sie auch mit und so kann das Columbinebowling seinen Lauf nehmen.

5: Wiebke Przcebulsky, ist noch im Studium, aber kurz vorm Abschluß zum Master of FFF und sehr Stolz, diese Praktikumsstelle bekommen zu haben. (Es gab rund 200 BewerberInnen. Sie hat sich durchgesetzt!) Auch sie hat schon, aus Gründen der Lebenslaufkosmetik, Studienaufenthalte an Elite Unis in den Staaten und Fernost absolviert, sie spricht neben Englisch und Spanisch fließend Mandarin. W. P. ist zuversichtlich als junge Frau von heute, ausgezeichnete Karrierechancen, sogar bessere als die jungen Männer, zuhaben. Auch den Dress Code nimmt sie sehr ernst, prolomäßiges Aussehen und Auftreten sind ihr zutiefst zu wieder. Sie kennt natürlich die Untersuchung, die besagt, daß schöne Menschen bessere Chancen im Job haben. Sie hat extra noch einen Benimmkurs absolviert, um ihr gutbürgerliches Oberklasseauftreten zu verfeinern. Nichtdestotrotz wird ihr Supermodell Body, besonders die gute Package oben herum, ein Übriges zur Überzeugung der Jury beigetragen haben. …… 6: Brad Clooney, kam kürzlich von der Themse an den Main, hat das Meiste, was er drauf hat, im Making by Doing gelernt, kommt ursprünglich aus einfachen Unterklasseverhältnissen, hat es aber trotzdem, dank seiner enormen Ellenbogengewalt, bis hierhin geschafft., war zuerst Buchmacher und Profipokerspieler im Weichbild des Londoner Finance District, hat dann, durch Vermittlung seiner Pokerfreunde, den Sprung in den Londoner Stock Market geschafft, hat als Freelancer seine Chance genutzt und sich Sporen im großen Moneybuisiness, genauso wie vorher im Casino, erworben, bekam dann von den Germans, die von seinen unkonventionellen dirty Tricks beeindruckt waren und nicht mehr als ,,Stupid German Money“ bezeichnet werden wollten, ein lukratives Angebot (Sein Kommentar: ,,Fucking Nazi Germans, but verry good pay!“). Sein Vertrag sieht anteilige Erfolgsbeteiligung vor – dementsprechend und wegen seiner Herkunft (hat keinen Benimmkurs absolviert) pflegt er lockere Arbeitseinstellung, hat auch gerade eben einen guten Deal abgeschlossen (betrifft auch -9-). …..
7: Unbekannte, wahrscheinlich jüngste Eroberung von -6-, die dieser beim letztabendlichen Um-Die-Häuser-Fahren mit seiner Protzkiste (Audi A10?) gemacht hat, die, nachdem ihr klar wurde, was ihr da für ein dicker Goldfisch an den Haken gegangen ist, es nicht beim Onenightstand mit einmaliger Bezahlung bewenden lassen will und sich reelle Hochschlafchancen mit hohem Abkassierpotential ausrechnet.

8: Unbekannter Special Forces Mann eines SE Kommandos, das offenbar vom Wachdienst in der Launch (Beobachtung durch Überwachungskamera) alarmiert wurde, er ist der Erste der Vorhut und peilt hier gerade die Lage, hat im Nachbarraum, sicherheitshalber, denn Situation war unklar, einige potentielle Gefährder umgelegt (fast lautloses Stakkatoploppen seiner schallgedämpften Waffe). Die eigentliche Mörderin scheint noch unbedroht. (Umgekehrte Analogie zu Margeritte: ,,Der bedrohte Mörder“). ……
9: George Pitt, ebenfalls ein angelsächsischer Import mit irischem vielleicht auch schottischem Einschlag bei ähnlicher Vita wie -6-. Er ist beim Vorspiel schon ein wenig weiter als -6-. …….
10: Weitere Unbekannte mit ähnlicher Kennenlernlegende wie bei -6- und -7-, allerdings, wie es bisher scheint, mit erhöhter nymphomanischer Energie und Lustempfänglichkeit. Eine ausgeprägte G Punkt Inhaberin. Will, daß -9- gerade diesen sucht und ihn ausgiebig erforscht. Lassen wir sie mal französische Wurzeln haben, dann sagt sie sicher im Moment: ,,Fück miesch tu kleinerö engliescherä Boche!“. ….
Wir stellen fest, daß die bildende Kunst hier regelrecht ein Therapeutikum für den Künstler darstellt. - Morde und Vergewaltigungen finden nur in erlaubter, künstlerischer Darstellungsform statt und tuen anderen allenfalls ,,nur“ intellektuell weh. Der Künstler ist auch davon entbunden sich Originalwaffen und Sprengstoff zu besorgen um diesen ganzen faulen Zauber realiter in die Luft zu jagen. Dementsprechend muß er auch keine Angst vorm Knast haben. Er hofft es zumindest. Er kann sich in seinem Werk, wenigstens teilweise, abreagieren. Aber in der Verfassung steht ja: Die Kunst ist frei, - uns also scheißegal. …….. Er muß auch nicht des Nachts im Park, zwanghaft- psychopatisch, jungen, schönen, drallen Urban Girls, auf ihrem Weg von der Disco zu ihrem nächsten Lover, auflauern oder unter Tags selbigen an ihre hervorwulstenden Love Belts, Hinterteile und-oder aufgebockten Möpse grabschen. – Obwohl, trotzdem, …….. manchmal muß er sich schon beherrschen. …… Die South Parkees: Nein, nein, …. Das stimmt ja gar nicht. Wir haben ihn nie so erlebt. M. H. ist im Reallife viel zu seriös. …….. Ein spießig- ritualisiertes Leben und Umfeld ist sogar für die Kontinuität relevanter künstlerischer Produktion wichtig. Bildende Künstler sollten nur im Kopf ausflippen, dies in ihre Arbeit transportieren und darüber hinaus auch entsprechenden Esprit haben, das schätzen auch wir. …
Schon in vielen anderen Arbeiten des M. H. weisen die Protagonistinnen und –en und ihr Verhalten in der Bildszeenerie eine Nähe zu entsprechenden Aktivitäten in Slapstick- und Cartoon Filmen auf. Die Logik der Zeichentrickfiguren ist ihnen vertraut. …… Als artverwand seien hier stellvertretend erwähnt: Invader Zim, Family Guy, South Park, Futurama, Stripperrella …. usw. Speziell South Park, wovon sich M. H. in diesem Berichtzeitraum 09 – 12 jeden Teil, den er erwischen kann, reinzieht, hat es ihm besonders angetan. Er hält diese Serie für die gelungenste, derzeitige Gesellschaftssatire. …… E. C.: Was soll das heißen ….. ,,Serie“ ?, ,,Cartoon“?, ,,Gesellschaftssatire“ ?. ……. , wir leben doch dort nur unser ganz normales US Leben, wie alle anderen auch. …… St. M.: Sollte es etwa sein, daß wir nur eine gigantische Trumanshow …. ? …….. Neiin, darüber will ich jetzt gar nicht nachdenken. …… K. Br.: Das untersuchen wir später. ……. Es gibt für M. H. mit eben diesen Cartoons, Kleinkunst Darbietungen gegenwärtiger Comedians und einigem avantgardistischen Theater (z. B. Shoppen und Ficken von M. Ravenhill, einiges von E. Jellinek) ähnliche Entstehungsbeweggründe. Speziell G. 1. M. scheint ja eine, auf dem Höhepunkt eingefrorene, Bühnenszeene zu sein. ……. Nicht zu vergessen ist die Lyrik und Tonsetzung der antimainstreamigen ,,Pop“ Musik. Stellvertretend seien hierbei erwähnt: Doors, Frank Zappa, Talking Heads, Clash, Sisters of Mersy, Publik Enemy, DAF, Rammstein, ….. Die Ästhetik der Computer Ballerspiele spielt bei den 2009/10er Bildern ebenfalls eine Rolle (Gangstabitch, 2009).
…………… M. H. bildet sich ein, zum hedonistisch neoliberalistischen ,,Leistungsträger“ von heute am besten so durchzudringen, indem er ihm, in einer scheinbar betörend reproduzierenden Darstellungsweise, sein Dorian- Grey- Bildnis vorhält und ihm auf diese Weise wenigstens einen Funken Selbstzweifel einzuimpfen versucht. Dies hält er für zielführender, als ihm bereitwillig, die sattsam bekannten Zeichen der Neomoderne zu liefern, die er sich dann, ideologisch problemlos, als unterstützende Imagegingassessoires an die Wand hinter seinem Schreibtisch hängen lassen kann. M. H. empfindet es als Vorzug der meisten seiner Arbeiten der Perioden 11 und 12, daß dies mit ihnen schwerlich möglich ist (aber ausschließen will er natürlich nichts). ………… K. Br.: M. H. erweist sich, im Rahmen unserer, von ihm erfragten, obigen Ausführungen als ein Idealist der wahrscheinlich noch daran glaubt, mit seiner Arbeit, dahingehend etwas zu bewirken, so daß es hin und wieder, beim Rezipienten doch noch ,,klick“ macht. Wir in South Park versuchen auch immer, am Ende eines Serienteils, ……… Ja, Leute, ich weiß es natürlich. , ……. E. C.: Waas? Ist das etwa mal wieder eine eurer Judenverschwörungen!? …… K. Br.: Neiiiin, natürlich nicht Cartman! …….. am Ende eines Serienteils, zu einer, für alle Beteiligten, lehrreichen Katharsis zu kommen. Aber ebenso, wie unser Freund Kenny, der meist in einem der Teile irgendwie umkommt, dann aber im nächsten Teil wieder quicklebendig auferstanden ist, scheinen auch unsere ethisch- moralischen Belehrungen aus dem Vorgängerteil, im nächsten, wieder vergessen zu sein. …….. K. Mc C: W U H M H H M M W U UH H M M N H N ……. K. Br.: ……. Ja, ja schon gut Kenny, du wirst es als Superheld MYSTERION noch selbst herausfinden und dann auch gleich wieder vergessen. ……. Wir haben deshalb gelernt diese Läuterung am Schluß eines jeweiligen Teils, als sinnfreien dramaturgischen Effekt anzusehen. Wir vermuten, daß es bei M. H. oft ähnlich ist. Eine endgültige Lüftung dieses Geheimnisses ist uns leider, auch nach erneutem Nachfragen, nicht gelungen. ………
Mit den Farbstiftbildern ab – Penthaus Party – und den Collagen ab – Building 7 - , die M. H. auch als Serigrafien in kleiner Auflage vervielfältigt, öffnet er für sich, technisch gesehen, neue Türen, wie er es schon öfter getan hat und setzt inhaltlich, das, mit G. 1. M., Begonnene fort. …… Seit – Spiel Führerin – 2009 betreibt M. H. eine konzentriertere Selbstvergewisserung beim Formalen. Mit – Shopping Babe – 2010 zündet er dabei sozusagen eine zweite Raketenstufe. Es erfolgt hier ein Exkurs in kubodynamische, sich aus ihrer Eigengesetzlichkeit erklärende, Bildräume. M. H. ist mit den Ergebnissen zwar zufrieden, Steigerungen visueller Verblüffung sind durchaus noch drin (siehe – Roter Teppich – 2010), aber langfristig orthodox perpetuierte Anwendung solcher Methoden würden auf die Dauer in eine große Leere führen (siehe als Beweise, die meisten Spätwerke entsprechender Museumsgrößen des 20. Jh.). Trotzdem wird M. H. bei Bedarf, wieder in diese Schublade, sowie auch in andere, greifen. ……. Bezogen auf das Farbstiftbild – Panikraum –2011 stellt er mal wieder fest, daß beim Wettbewerb um die bestmögliche visuelle Verblüffbarkeit, eine nicht dekonstruierte, realperspektivische Draufsicht auf ein Pissbecken mit darin absaufendem Teddy, mit Längen vorn liegt. Die narrativ- visuelle Kunst Wirkkraft dieses Realbildes übertrifft, in den Augen von M. H. , jede diesbezügliche Kraft, die ,,nur“ aus einer rein formalen Sichtweisen Änderungs-bzw. Sichtreduktionsaktivität heraus resultiert. Dem ,,Nur- Ready-Made“ – Pissbecken wird hier wieder seine, ihm dringend zustehende, aussagekräftige narrative Ebene hinzugefügt. Und zwar, durch den Teddy, der hier für die Härte des Hinauswurfs aus dem kindlichen Paradies der freundlichen Banalität und Intellekt Ferne, stehen könnte. Ein, die meisten Menschen treffender, nicht wieder rückgängig zu machender, Prozeß. Ob das Tight Pussy Girly zu solcher Art reflektorischer Emotionswahrnehmung gerade hier, fähig ist, sei dahin gestellt, daß sie aber einem Höhepunkt, ähnlich dem der Protagonistin aus ,,Letzte Ausfahrt Brooklyn“ entgegen treibt, scheint möglich. ….. Ob sich mit diesen Arbeiten schon eine neue Periode ankündigt, wird erst später zu entscheiden sein. ….
M. H. steht, wie ein kleinerer Teil der nichtkorrumpierten Intellektuellen unserer Zeit, vor einem Dilemma: In der Dix – Grosz – Ära waren Symbole für Unten vs. Oben, Gut vs. Böse, also Progressiv vs. Reaktionär leicht zu finden, noch unverbraucht und frisch anzuwenden. – Der ausgezehrte Proletarier, der entstellte Kriegskrüppel vs. der fette Monokel tragende Herr in Frack und Zylinder, Hindenburg mit Pickelhaube, der Dietrich-Häßling-Typ usw. . …… Obwohl wir uns heute nach wie vor im selben, scheinbar endlos auf der Stelle rotierenden, kapitalistischen Hamsterrad befinden wie Dix und Grosz, so ist ihre eingängige Symbolik nicht in unsere Zeit transferier fähig. Für ihre damaligen progressiven Zeitgenossen war es vollkommen klar, daß der Kapitalismus mit seinen zyklischen Krisen, abgelöst von kurze Phasen der Prosperität ,die nur für die Reichtums Steigerung der Oberklasse gut sind, also zur Geld Apartheit führen, ein gesellschaftliches Auslaufmodell ist. Wir Heutigen stellen dies zwar auch immer noch fest. Wir wissen aber im Umkehrschluß , daß eine sozialistische Planwirtschaft, welche die individualistischen Heilsversprechen von persönlicher Selbstverwirklichung und Extra Reichtums Erwerb ausschließt, nicht dazu in der Lage ist, permanente Produkt Innovation und einen Konsumprodukte Overkill, wie er von der Allgemeinheit in Industrie- und Schwellenländern heute erwartet wird, sicherzustellen. Geschweige denn, den ,,kranken“ Planeten Erde mit seiner Virusinfektion: Mensch zu kurieren. Ähnliches gilt m. E. auch für den domestizierten ,,Soziale Marktwirtschaft“ – Kapitalismus, mit diversen sozialdemokratisch- sozialistischen, reformistischen, pseudodemokratischen Klötzern an den Beinen, also dem ,,Dritten Weg“. Bei all dem ist das eindeutige Festnageln von – Gut – und – Böse -, von – Progressiv – und – Reaktionär – fast ein Ding der Unmöglichkeit. Wenn M. H. Terrorist wäre, dann wüßte er gar nicht, wen er denn nun mit gutem Gewissen zuerst umlegen sollte. Wo ist der finanzkapitalistische Desperado, dessen Verbrechertum eindeutig zu verifizieren wäre und deshalb der Giftspritze anheimfallen sollte? M. H. ist trotzdem davon überzeugt, daß ein Revival der Grosz- Dix- Wirklichkeitswahrnehmung aus den frühen 20ern des 20. Jh. authentisch zeitgemäß für das frühe 21. Jh. sein kann. Wenn auch damit nichts verschlimmbessert wird und das kapitalistische Rad scheinbar auf ewig, ohne Irritation, auf der Stelle weiter rotiert, so hat M. H. jedoch die individuelle Genugtuung, zumindest vor den Nachgeborenen, wahrhaftig gewesen zu sein. Dies dürfte dann wohl auch die eigentliche Dix- Grosz- Essenz sein, die unter wenigen echten Künstlern unmodifiziert ewig weiter leben muß.
Manche, gerade von Ihnen, liebe User Leserin, wird sich während ihrer Lektüre mit Recht gesagt haben: Ich persönlich und die Frauen in meiner Umgebung schleppen doch gar nicht so eine kolossale Oberweite vor sich her und unsere Hinterteile sind eigentlich auch noch ganz moderat, Wespentaillen haben wir auch nicht. Wie sollten wir denn da auch Kinder kriegen können. Und wenn wir all jenes hätten, wie würde denn dieses ausgerechnet Einfluß darauf haben, wie schnell sich denn nun, in unserer lokalen Gegend, das ,,kapitalistische“ Hamsterrad nun wirklich auf der Stelle dreht? Dieser dubiose M. H. verallgemeinert doch völlig unzulässig. ……. Der männliche User Leser wird sich vielleicht sagen: Aber mir geht es doch bestens beim Schaffe- Schaffe beim Daimler und dem nachfolgenden Häusle baue und in der Weltgeschichte Herumgegurke. Wasch will den där eigentlich, dieser M. H. . Diese scheinbaren Widersprüchlichkeiten, diese Verunglimpfungen freien Finanzjonglierens und freien Unternehmertums. Beide schaffen ja immerhin die Voraussetzungen für mein Schaffe- Schaffe- Häusle baue und Herumgegurke. …… Ich sähe dasch alles gar nicht so! ….. All diese Sichtweisen seien Ihnen unbenommen. Aber sie sind für die künstlerischen ,,Weltentwürfe“ des M. H., mit Verlaub, völlig irrelevant. Was sollten daraus auch für fade ,,Kunstwerke“ entstehen. Ihr stinknormales Durchschnittsleben sei Ihnen ebenfalls unbenommen. M.H. führt ja, wie schon erwähnt, ein Ebensolches.